1 x im Jahr…

…ist Muttertag. Das Hochfest des Konsums. Blumen, Pralinen, Duftwässerchen, ganze Pflegeserien, Herzen aus Porzellan, Holz und Plastik, Kitsch und Krempel finden ihren Weg in die Kauftempel, um für das liebende Mutterherz noch schnell eine Anerkennung besorgen zu können.

Muttertag – nein. Ich brauche ihn nicht. Ich bin an 365 Tagen im Jahr Mutter. Obwohl mein Sohn bereits erwachsen ist – er bleibt immer mein Kind. Und dass er seine Mutter liebt, zeigt er jeden Tag. Es gibt da so eine schöne Geschichte von Tolstoi, aber lest selbst:

Die drei Söhne

Drei Frauen wollten am Brunnen Wasser holen. Nicht weit davon saß ein alter Mann auf einer Bank und hörte zu, wie die Frauen ihre Söhne lobten.

„Mein Sohn“, sagte die erste, „ist so geschickt, daß er alle anderen hinter sich läßt …“ „Mein Sohn“, sagte die zweite, „singt so schön wie die Nachtigall! Es gibt keinen, der eine so schöne Stimme hat wie er …“

„Und warum lobst du deinen Sohn nicht?“ fragten sie die dritte, als diese schwieg. „Er hat nichts, was ich loben könnte“, entgegnete sie. „Mein Sohn ist nur ein gewöhnlicher Knabe, er hat nichts Besonderes an sich und in sich …“

Die Frauen füllten ihre Eimer und gingen heim. Der alte Mann aber ging langsam hinter ihnen her. Die Eimer waren schwer und die abgearbeiteten Hände schwach. Deshalb legten die Frauen eine Ruhepause ein, denn der Rücken tat ihnen weh.

Da kamen ihnen drei Jungen entgegen. Der erste stellte sich auf die Hände und schlug Rad um Rad. Die Frauen riefen: „Welch ein geschickter Junge!“ Der zweite sang so herrlich wie die Nachtigall, und die Frauen lauschten andachtsvoll mit Tränen in den Augen. Der dritte Junge lief zu seiner Mutter, hob die Eimer auf und trug sie heim.

Da fragten die Frauen den alten Mann: „Was sagst du zu unseren Söhnen?“ „Wo sind eure Söhne?“ fragte der alte Mann verwundert. „Ich sehe nur einen einzigen Sohn!“

Die „Gedanken von Müttern für Mütter“ ist kein typisches Muttertagsvideo, es sind einfach Begebenheiten wie sie alle Mütter kennen…

Fragen wir uns was uns Kinder bedeuten. Leider gibt es zu viele Frauen, die trotz Kindern den Namen „Mutter“ irgendwie nicht verdienen….

Was ist ein Kind?

Das, was
das Haus glücklicher
die Liebe stärker,
die Geduld größer,
die Hände geschäftiger,
die Nächte kürzer,
die Tage länger
und die Zukunft heller macht!

Ich wünsche ALLEN einen schönen Sonntag!

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26 Gedanken zu “1 x im Jahr…

    1. Dann ist ja bald alles wieder i.O., liebe Rika!
      War bei Einigen im Spam…ist manchmal komisch…!
      Ich schaue sofort rein, wenn ich den Blog
      öffne.
      Einen schönen Abend wünsche ich Dir.
      Alles Liebe, herzlichst Elke

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    1. Ja, wenn man die Saat einem anderen Gärtner überläßt?
      Liebe Gabriele,
      an den „Muttertag“ sollten sich mal Arbeitgeber erinnern, wenn sie wie so oft Bewerbungen von Müttern wegen „unflexibillität“ in Ablage P verschwinden lassen.
      Mütter brauchen keinen Sonntag mit Blumen, Pralinen, Tand oder Seife. Mütter brauchen endlich Anerkennung in und durch die Gesellschaft. Egal ob es verheiratete, ledige, geschiedene oder verwitwete Mütter sind.

      Dir auch einen schönen Sonntag!
      ❤ KBD Rika

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  1. Liebende und herzliche Mütter haben doch irgendwie jeden Tag Muttertag. Mich stört wie an jedem „Feiertag“ der Kommerz.
    Nicht alle Mütter sind gute Mütter, einigen fehlt einfach das Mutter-Gen oder sie kennen keine Gefühle oder lassen keine zu.
    Vll. haben sie es auch nie gelernt… Aber auch solchen Müttern gebührt Zoll. Das muss nur nicht unbedingt am Muttertag sein 😉

    Ich bin nur Katzenmutter 😉 aber eine liebevolle 🙂 ohne Muttertag ♥

    LG kkk

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    1. Liegt es nicht an uns, die Feste ohne Kommerz zu begehen? Weihnachten zum Beispiel. Ich habe meinem Sohn früh beigebracht, dass es kein Geschenke-ohne-Ende-Fest ist. Es gab Geschenke, ja. Aber keine übermäßigen. Die drei Weisen aus dem Morgenland brachten Jesus Geschenke, also schenkt man seinen Lieben auch eine Kleinigkeit. Viel wichtiger ist doch das Zusammensein an den Feiertagen, die Stunden die man abseits vom Alltag miteinander verbringen kann. Wichtig ist die Liebe die man seinem Kind gibt, damit es später auch Liebe geben kann. Das Vertrauen, welches man in sein Kind setzt, weil auch das Kind seinen Eltern vertrauen soll. Die Geborgenheit, die man seinem Kind gewährleistet, damit es einen Ort der Ruhe und des Friedens hat. Kinder die solches erhalten, können das auch später ihren Kindern geben.

      Dieses „Erbe“ sollte verhindern, dass es solche Mütter, Väter, Eltern gibt, wie Du sie ansprachst. Gabriele hat es bereits erwähnt: „Leider kann auch gute Saat verderben“ – aber meist ist es nicht die Saat, sondern die jungen Pflänzchen, denen zu früh die liebevolle, gärtnerische Liebe, Pflege und Gestaltung fehlt.

      Liebe Grüße
      Rika

      Gefällt 2 Personen

    2. Ich kenne diesen Kommerz aus meinem Elternhaus auch nicht. Natürlich gab es ein Geschenk, aber doch nicht in dem Ausmass wie heute. Jetzt zum Muttertag sah ich eine Werbung: Kreuzfahrt zum Muttertag. Früher tat es ein Blümchen, eine Kleinigkeit. Meine Mama bekommt auch „nur“ Blümchen. Das war schon immer so, auch bei ihren Eltern und das bleibt auch so.
      Liebe Grüsse und eine gute Woche ♥
      kkk

      Gefällt 1 Person

  2. Liebe Rika,
    du sprichst mir aus dem Herzen. Die Geschichte kenne ich auch. Ich habe mich gerade mit meinem Sohn am Telefon unterhalten und wir haben auch, zwar über Geburtstagsgeschenke, ein Gespräch geführt und er hat auch gemeint, das er weiß, dass es mir nicht auf die Geschenke ankommt, sondern der Besuch als solches. Der gibt mir nämlich mehr als alle Geschenke der Welt. Was soll ich einmal im Jahr mit all den Geschenken anfangen? Ich würde mich mehr freuen, wenn meine erwachsenen Enkel mich das ganze Jahr über immer einmal besuchen oder mal anfragen, „Omi, wie geht es dir?“ Ähnlich verhält es sich mit dem Muttertag. Wobei ich mich über meinen Sohn nicht beklagen kann. Er kümmert sich rührend das ganze Jahr um mich.
    Liebe Grüße Piri

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Piri,
      ich sehe es auch so, dass die schönste Freude doch immer die Wiedersehensfreude ist. Gerade wenn nicht alle Familienangehörige in der näheren Umgebung leben. Aber solche Besuche müssen ja nicht nur am Muttertag stattfinden, nicht wahr? Jeder Tag sollte „Mutters Tag“ sein. Es gibt ein schönes Sprichwort: am Morgen tragen die Mütter ihre Kinder, am Abend sollten die Kinder ihre Mutter tragen.

      Liebe Grüße
      ❤ Rika

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  3. liebe Rika,
    Muttertag – das ist doch alles Geldmacherei, so wie beim Valentinstag. Sicher denken meine Kinder an mich. Ich bekomme eine Kleinigkeit für mein „Hüftgold“ und meine kleinen Enkelkinder erfreuen mich mit einem Wiesenblumenstrauß. Die größte Freude ist Friede im Haus und ein Zusammentreffen zu einem netten Gespräch mit meinen Kinder samt Anhang. Das geschieht nicht nur an einem festgesetzten Tag sondern übers ganze Jahr.
    Somit habe ich das ganze Jahr „Muttertag“. Das Video und Geschichte gefällt mir.
    Ich wünsche Dir einen schönen Start in die neue Woche.
    Liebe Grüße
    Traudl

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Traudl,
      schön dass Dir Geschichte und Video gefallen haben.
      Und was den Muttertag betrifft, so sind wir ja einer Meinung. Schön wenn alle in Harmonie zusammen sein können – und das an jedem Tag, nicht nur einmal im Jahr.

      Dir und Franz auch einen guten Wochenstart und
      ❤ liebe Grüße
      Rika

      Gefällt 1 Person

    1. Genau so ist es. Wenn die Kinder gerne ihr Elternhaus aufsuchen, die Eltern auch im Alter noch immer die Vertrauten sind. Das ist doch das schönste Geschenk der Kinder an ihre Eltern.

      ❤ Liebe Grüße
      Rika

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  4. Liebe Rika,

    Muttertag ist doch der „Mama-muss–heute-nichts-tun-Tag“
    und es werden Blumen, Pralinen, Parfum und Kitsch in Herzform verschenkt.

    Der Muttertag zu Ehren aller Mütter ist eigentlich eine schöne Sache,
    aber im Grunde überflüssig.
    Jeden Tag sollte man zeigen, wie wertvoll ein Mensch für uns ist.

    Sei lieb gegrüsst

    Gefällt 1 Person

ヽ(ヅ)ノ ....hier darfste schreiben

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